Nicht dass eine Notwendigkeit bestanden hätte die Strecken beim „VAUDE Engadin Bike Giro“ noch schöner zu machen, aber es bietet sich einfach an. Zum Beispiel der Prolog. Hier setzt das Organisationskomitees mit einer Streckenoptimierung neue Maßstäbe. Gutes bleibt bestehen: Der Start am St. Moritzer See, die Durchfahrt durch die Fußgängerzone in St. Moritz, und auch der Zielbereich von 2017 auf Salastrains haben sich hervorragend bewährt. „Dennoch war es einfach etwas zu viel Asphalt hinauf nach Salastrains. Die Idee gab es schon vor der ersten Austragung und für dieses Jahr werden wir sie umsetzen“, erklärt Orga-Chef Rik Sauser von Sauser Event GmbH. Man darf also gespannt sein.

Neu ist die Streckenführung beim Prolog ab der Fußgängerzone in St. Moritz über einen Weg, mit tollem Blick über den St. Moritzer See, oberhalb des weltberühmten „Badrutt`s Palace Hotel“ rüber zum „Hotel Carlton“. Von dort aus geht es bergauf zum Stadion der Olympischen Winterspiele im Jahr 1948, dem heutigen Golfplatz in St. Moritz. Im Anschluss folgt das absolute Highlight für den Freitag, die Strecke mündet in den Track des Olympia-Bob-Run ein und führt über die Originalpiste der Bobbahn hinunter in Richtung Celerina. Die Olympiabobbahn in St. Moritz ist weltweit die einzige Natureisbahn. Hier wird noch zu Beginn jeden Winters in großer Handarbeit der Track angelegt. Schon deshalb ist diese Bahn auch in der Szene etwas ganz Besonderes, weil die Kurven, im Gegensatz zum Kurs einer Betonbahn, jedes Jahr anders zu fahren sind. Für die Mountainbiker geht es in rasanter Fahrt mit zahlreichen Kurven abwärts. Durch die wohl spektakulärste Kurve namens “Horse-Shoe“, weiter hinunter bis kurz vor die Gunter-Sachs-Kurve, wo die Biker die Bahn wieder verlassen werden. Am tiefsten Punkt des Renntages angekommen, geht es rund acht Kilometer nur noch bergauf bis zum höchsten Punkt des Tages, auf die Corviglia. Die Strecke führt weiter über den „Olympia Flow Trail“ hinunter bis Chantarella. Schließlich folgt der Schlussanstieg hinauf zum Ziel an den Sonnenterassen beim „Hotel Salastrains“ auf 2050 Meter Höhe über dem Meeresspiegel.

Die zweite Etappe ähnelt der des Vorjahres mit 79 Kilometern sowie rund 2.400 Höhenmetern und bleibt somit fast unverändert: Hier haben die Veranstalter eine kleine Optimierung im Bereich der Querung der Berninapassstrasse vorgenommen, mehr nicht. Neue fantastische Highlights liefert die Schlussetappe am Sonntag. Und diese sind gleich doppelt atemberaubend. Einmal wegen der unheimlich schönen Natur mit wirklich grandiosen Streckenabschnitten im Oberengadin und natürlich wegen der Anstrengung auf dem Bike. Das erste neue Highlight folgt nach der Schleife über Maloja. Dort ist nach rund 25,5 Kilometern eine Zieldurchfahrt in Silvaplana-Mulets vorgesehen, bevor das Rennen durch die Ortschaft hindurch wieder zurück zum See führt, wo das nächste neue Schmankerl wartet. Nach der ersten Zieldurchfahrt folgt mit dem Anstieg hoch zur Crest Alta ein neuer Abschnitt mit traumhaften Ausblick in Richtung Maloja. „Eigentlich müsste man da oben absteigen und den Ausblick genießen“, schwärmt Streckenchef Rik Sauser. Im Anschluss führt der Kurs über einen fast komplett neuen Part hoch über Salastrains bis zur Corviglia und weiter in Richtung Munt da S. Murezzan, wo man den berühmten Start der Männerabfahrt, den „Free Fall“, passiert. Was dann folgt ist einfach nur atemberaubend: Pass Suvretta und Lej Suvretta. „Diese Passagen sind Natur pur und gehören zu den vielen zahlreichen Flecken des Engadins, wo man weiß, wieso man sich mit einem Mountainbike auf fast 2.700 Meter über dem Meeresspiegel hinauf quält“, verrät Sauser so, dass jedem Sportler das Wasser im Munde zusammenlaufen dürfte. Im Anschluss geben die Teilnehmer auf einer langen Abfahrt durch das Val Suvretta hinunter Gas in Richtung St. Moritz. Die letzten Kilometer sind identisch zu den Vorjahren, wo es über die Via Engiadina in Richtung Silvaplana zum Ziel zurück an den Silvaplaner See geht. Und wieder gerät der Organisator ins Schwärmen: „Die letzte Etappe zeigt die ganze Schönheit dieser Region, bei schönem Wetter ein absoluter Hochgenuss, den man nicht so schnell vergessen wird!“

Die Etappen 2018:

1. Etappe
Freitag, 29. Juni 2018 | Erster Starter um 13.00 Uhr, letzter Starter um ca. 15.00 Uhr
Start: St. Moritz-Bad / Ziel: St. Moritz-Salastrains
16,0 Kilometer / 881 Höhenmeter (Prolog /Einzelzeitfahren)

2. Etappe
Samstag, 30. Juni 2018 | 9.00 Uhr
Start & Ziel: Silvaplaner See (Mulets)
79,0 Kilometer / 2.413 Höhenmeter

3. Etappe
Sonntag, 1. Juli 2018 | 9.00 Uhr
Start & Ziel: Silvaplaner See (Mulets)
62,0 Kilometer / 2.029 Höhenmeter